[Book vs. Movie] "Chroniken der Unterwelt: City of Bones" von Cassandra Clare

Sonntag, 3. November 2013

Vermutlich als eine der allerletzten komme nun also auch ich daher mit meiner kleinen Rezension der Verfilmung von Cassandra Clare's City of Bones, und natürlich auch gleich mit meinem Vergleich zwischen Buch und Film.

Nun also zum Film. Was den angeht, so hatte ich nach dem vierten Anruf im Kino bezüglich der Spielzeiten ganz eindeutig das Gefühl, dass sich da jemand gegen mich verschworen hat. Warum auch sonst musste man dort World War Z nun schon die x-te Woche laufen lassen und bequemte sich zur Originalfassung von City of Bones erst zum deutschen Starttermin? Skandal!

Als diese Hürde dann endlich genommen, drei Karten bestellt und alles arrangiert war, kam Niederlage Nummer 1 - Freundin Nummer 1 musste arbeitsbedingt absagen. Schade, aber okay. Niederlage Nummer 2 war dann noch größer - Freundin Nummer 2 war plötzlich unauffindbar. Gar nicht okay. So kam es dann also, dass meine Wenigkeit am Abend des 30. August diesen Jahres ganz alleine loszog, um sich jenen Film anzusehen, auf den ich schon so unendlich lange gewartet habe. Ob sich das gelohnt hat? Nun, liest selbst ...


DIE STORY
In der Woche vor Clary's sechzehntem Geburtstag, steht ihr Leben plötzlich kopf. Ein gemeingefährlicher Mann hat ihre Mutter mithilfe von Dämonen entführen lassen und ihre einzigen Hoffnungen ruhen nun auf Jace, einem jungen Schattenjäger. Und obgleich sie es erst gar nicht wahrhaben will, sind Jace und sie sich ähnlicher als sie denkt. Denn auch ihre Mutter war einst eine Schattenjägerin.

Gemeinsam mit Jace, Clarys bestem Freund Simon, Alec, Jace' bestem Freund und Waffenbruder und dessen jünderer Schwester Isabelle, muss sie nicht nur ihre Mutter retten, sondern auch die Wahrheit über ihre Vergangenheit und vor allem auch ihre Familie herausfinden. Und eben jener Weg führt die fünf Teenager zunächst einmal auf eine der berüchtigten Partys des Hexenmeisters Magnus Bane ...


DAS BUCH
Nun, als ich damals - so mit vierzehn-fünfzehn-sechzehn - das Buch zum ersten Mal in die Finger bekam, war ich sofort total begeistert. Jene Begeisterung hat sich inzwischen ein wenig gelegt oder normalisiert, wie man meinen könnte. Was jedoch nichts daran ändert, dass ich Cassandra Clares Welt ebenso liebe wie die Charaktere - nun, letzteres zumindest mit Ausnahmen.

Beim zweiten Lesen im letzten Jahr, erging es mir dann auf diese ganz bestimmte Weise, die ich ganz gerne als twilight-Syndrom beschreibe. Denn erst beim zweiten Lesen wurden mir all die unlogischen Seiten an Clary bewusst, ebenso wie ihren unglaublichen Egoismus und ihre fehlende Reife - auch bekannt als Bella Swan-Syndrom. 

Wo ich beim ersten Lesedurchgang nur zu gerne Clary gehießen und mich von Jace in die Welt der Schattenjäger entführen gelassen hätte, ging mir beim zweiten Lesen eben jene Clary ziemlich auf den Keks. Nur eins blieb gleich - ich schwenke immer noch mit voller Begeisterung mein "Alec Lightwood 4 President"-Fähnchen. Nun ja, ihr wisst schon ... Also gut, dann gründe ich eben Team Alec, bevor es Missverständnisse gibt. Also ich war auch beim ersten Lesen von Anfang an ein totaler Fan von Alec - und Magnus. 


DER FILM
In Anbetracht dessen, wie ich den Film direkt nach dem Verlassen des Kinos fand, war es vermutlich doch ganz gut, mir ein paar Wochen Zeit zu geben, um das Gesehene sacken zu lassen. Denn um ganz ehrlich zu sein - ich fand den Film damals ganz und gar furchtbar.

War ich vor Betreten des Kinos noch eine Verfechterin von Jamie Campbell Bower in der Rolle des Jace, wäre ich während des Films beinahe mehrmals aus dem Kino marschiert. Von angestrebten 100% hat Jamie Jace in meinen Augen wenn überhaupt nur zu maximal 20% getroffen. Der Sarkasmus wirkte schauderhaft aufgesetzt und die Leichtigkeit, mit der Buch-Jace einen Spruch nach dem anderen abgibt, war hier nicht mal ansatzweise vorhanden. Kombiniert man all das mit dieser absolut ... kitschigen und ellenlangen Szene im Gewächshaus, gefällt Jamie mir als Jace leider gar nicht mehr. Nimmt man dann noch sein - pardon - dummes Gesicht dazu, das er zur Schau trägt, als ein gewisser Jemand, der ihm schon x-mal das Leben gerettet hat und jetzt ihn mal bräuchte, sterbend am Boden liegt, statt zu helfen - oder meinetwegen auch wie Buch-Jace vor Sorge durchzudrehen -, haben wir ein Bilderbuch-No Go. Jamie Campbell Bower als Jace? Nein, danke.

Leider fand ich auch die Besetzung der Clary - nun, sagen wir mal, sie war fast zu passend. Buch-Clary und Lily Collins waren sich für meinen Geschmack ein bisschen zu ähnlich. In Problemsituationen rumheulen, aufstampfen oder rumschreien. Von diesem Gesichtspunkt aus eine perfekte Besetzung. Für meine Gemüt eine Geduldsprobe der Extraklasse. Perfekt umgesetzt, aber leider ziemlich nervtötend.

Die Besetzung von Jonathan Rhys Meyers fand ich hingegen ganz okay,
auch wenn er mich bisweilen schon ein wenig angegruselt hat, so sehr ist er ausgerastet. Aber - passt. Auch Aidan Turner als Luke und Lena Headey als Jocelyn fand ich großartig. (Wobei ich ja schon immer wusste, dass Bratpfannen so ihre Vorteile haben.) War ich zu Beginn noch ein wenig skeptisch was Jemima West in der Rolle der Isabelle Lightwood anging, war ich nach Ende des Films restlos überzeugt, dass sie die beste Besetzung für die Rolle ist.

Und auch Robert Sheehan war genial. Der perfekte Simon. Und das, wo ich sonst nicht gerade ein Fan von Simon bin. Ebenfalls fand ich es richtig toll, dass Simon und Isabelle im Film ein wenig Zeit für sich hatten und so wohl auch für den ahnungslosen und lesefaulen Kinogänger klar ist, dass wir hier neben Clary und Jace in Zukunft Paar Nummer zwei haben.

Zu guter Letzt meine Lieblinge. Oder das, was die Damen und Herren vom Schnitt von Magnus und Alec übrig gelassen haben. Wie ich bereits HIER berichtet habe, war ich von Beginn an ein Fan von Kevin Zegers in der Rolle von Alec Lightwood, womit ich vermutlich recht alleine war. Aber ich lag richtig, denn im Film gefiel er mir als Alec echt gut. Nur gab es so verdammt wenig von ihm zu sehen. Gibt es ihn und Jace im Buch fast ausschließlich im Doppelpack, hatte Alec im Film eine ziemliche Randfigur, befand sich rangmäßig noch weit abgeschlagen hinter Isabelle.

Außerdem kam es mir irgendwie so vor, als wenn nicht gerade wenige Szenen mit Kevin im Schneideraum geblieben sind. Darüber kann mich leider auch die zusätzliche Szene mit ihm und Godfrey Gao in der Rolle von Magnus Bane nicht hinwegtrösten. Denn was Godfrey angeht, so habe ich von ihm für meinen Geschmack auch viel zu wenig gesehen. Denn auch er gefiel mir in seiner Rolle richtig gut. Größter Kritikpunkt jedoch - wo zum Teufel sind die berühmten blauen Funken geblieben, die aus Magnus' Fingern sprühen? WO?

Dennoch - Godfrey hat sich super gemacht als Magnus. Und auch der Größenunterschied zwischen ihm und Kevin, der ja nun wirklich nicht gering ist, hat mich nicht, wie erwartet zum Lachen gebracht. Wohl aber beinahe die fehlende Flirterei von ihm mit Kevin aka Alec. Die kleinen Andeutungen und all das, was man auch im Buch so schön deuten kann. Unendlich schade.

Alles in allem gefiel mir die Filmversion leider nur mäßig, was vielleicht ja auch daran liegt, dass ich dem Kinostart so enthusiastisch entgegengefiebert habe. Oder weil selbst auf mich, als eifrigem Leser der Bücher die ganze Storyline ziemlich chaotisch wirkte - wer weiß das schon? Jedoch habe ich noch bei keiner Buchverfilmung so oft ans Flüchten gedacht wie hier, was mich wiederum selbst ziemlich traurig macht, weil ich mir so viel vom Film versprochen habe.


RESÜMEE
Wäre die Verfilmung nicht so chaotisch erzählt und hätte so viel vorausgegriffen - unter anderem die eventuelle Verwandtschaft von Clary und Jace, wie ich gehört, dies im Film aber wohl überhört habe -, würde ich den Film nun einfach denen empfehlen, die das Buch nicht kennen. Da das bei mir aber leider nicht der Fall ist, überlasse ich es euch einfach mal selbst ...

BUCH: Jepp.
FILM: Müsst ihr wissen.

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