[Reingehört] Sabine Thiesler - Die Totengräberin

Sonntag, 27. März 2011

Erscheinungsjahr: 2009
Verlag: Random House Audio
Preis: 24,95 €
CDs: 6
Sprecher/in: Sabine Thiesler
Die Totengräberin bei Amazon

Für Magda Tillmann gibt es kein Zurück. Ihr Mann hat sie betrogen, nun soll er sterben. Nachdem sie ihr Vorhaben mit Gift in die Tat umgesetzt hat, vergräbt sie die Leiche ihres Gatten Johannes im Garten des gemeinsamen Ferienhauses in der Toskana. Sie meldet Johannes bei den Carabinieri als vermisst und bereitet sich akribisch auf alle Eventualitäten vor. Doch nicht gerechnet hat sie mit dem Erscheinen ihres Schwagers Lukas und dem Auftauchen eines zu allem entschlossenen Erpressers.

Es beginnt alles ganz idyllisch – nämlich mit einem Ehepaar, das Urlaub in der Toskana macht. Doch dass da etwas nicht stimmt, zeigt sich sehr bald daran, dass Magda Tillmann, die weibliche Protagonistin, ihren Mann Johannes ermordet und ihn im Garten vergräbt. Begründung: Er hat sie mit einer Jüngeren betrogen, und sie ist der Überzeugung, dass sie nicht mehr länger mit ihm leben kann – allerdings auch nicht ohne ihn.

Denn wer gedacht hätte, dass sie sich von nun an bemüht, jemand anderem die Schuld in die Schuhe zu schieben, der irrt. Zu Beginn sieht es zwar noch so aus, als wollte sie das, doch mit dem Voranschreiten der Zeit, beginnt sie irgendwann selbst an das Lügenkonstrukt zu glauben, das sie selbst entworfen hat, um die Spur von sich weg zu lenken.

Als dann auch noch Johannes Bruder Lukas auftaucht und ihr dabei „hilft“, Johannes zu suchen, der Magda zufolge nach Rom zu Freunden gefahren und bisher nicht zurückgekehrt ist, wird alles nur noch verworrener. Denn von jetzt auf gleich hält sie Lukas für Johannes, was ersterer allerdings auch nicht richtig stellt, da er Magda schon immer liebte und seinen Bruder dafür hasste, dass nicht er der Mann an ihrer Seite geworden war.

Doch auch damit nicht genug. Durch Zufall wird die Leiche Johannes’ von einem Verehrer Magdas entdeckt, der sie daraufhin erpresst – oder viel mehr Lukas, den er für Magdas Liebhaber hält, der Johannes getötet hat. Die Ereignisse überschlagen sich und am Ende ist es ein Handy, das tief unter der Erde „Spiel mir das Lied vom Tod“ erklingen lässt, während klar wird, dass Magda ein paar „kleine“ Schwierigkeiten damit hat, zu akzeptieren, wer tot ist und wer nicht. Wen sie ermordet hat und wen nicht.

Ehrlich gesagt, bin ich weit davon entfernt, ein Fan von Büchern deutscher Autoren zu sein – ebenso bei deren Hörbüchern. Dennoch hab ich mir Die Totengräberin angehört – und es mehr als nur ein bisschen bereut. Magda Tillmann ist eine psychisch vollkommen gestörte Person, die in ihrem Bestreben, alles ihrer persönlichen Traumwelt anzupassen, absolut und gar kein Mitleid oder gar Gnade kennt. Nach außen hin Miss Perfect, tun sich in ihr wahre Abgründe auf.

Sie schreibt Briefe an ihren Sohn, der sich schon vor einer ganzen Weile das Leben genommen hat, als würde er sie bald in der Toskana besuchen. Sie realisiert noch immer nicht, dass ihre Mutter in ihrer Kindheit ihren Vater ermordet hat, da er – und das muss man ihr wohl lassen – seine Familie terrorisiert und pausenlos betrogen hat.

Während es weiß Gott genügend anderen Autoren mit Leichtigkeit gelingt, eine derartige Protagonistin dennoch irgendwie verständlich oder gar sympathisch erscheinen zu lassen, versagt Sabine Thiesler hier auf ganzer Strecke. Fast von Anfang an, will man Magda am liebsten eigenhändig vergiften, sie in Mülltüten packen, in ihrem eigenen Garten verscharren und ihr ein Olivenbäumchen auf die Brust pflanzen. Dass die Autorin ihr Werk auch noch selbst vorliest, wobei man das bestenfalls mit der Schulnote 4- bewerten könnte, macht dieses Hörbuch auch nicht besser. Davon, dass man das Buch selbst danach gewiss nicht mehr lesen will, einmal ganz abgesehen …

Kaufen? Ganz bestimmt nicht! Reine Geldverschwendung.
Leihen? Nur, wenn es wirklich GAR nichts Besseres gibt.


[REVIEW] Todd Strasser - Wish U Were Dead

Donnerstag, 24. März 2011

Erscheinungsjahr: 2010
Verlag: Carlsen
Preis: 9,95€
Seiten: 270
Wish U Were Dead bei Amazon

In ihrem Blog wünscht "an-G-kozzt" ihren Mitschülern Lucy, Adam und Courtney den Tod. Kurz darauf verschwinden Lucy und Adam. Die 16-jährige Madison beginnt der Sache nachzugehen. Haben die seltsamen Mails, die sie in letzter Zeit bekommt, etwas damit zu tun? Und warum zieht sich Tyler, den sie so anhimmelt, immer weiter von ihr zurück? Als dann auch noch Courtney vermisst wird, bricht Panik aus. Und Madison bekommt unerwarteten Besuch.

Sie ist eine Außenseiterin. Das Ebenbild dessen, was man wohl niemals ausrotten wird, weil es immer Leute geben wird, die sie demütigen wollen. Doch zumindest hat sie einen Weg gefunden, ihrem Frust und ihrer Hilflosigkeit Luft zu machen – sie schreibt unter dem Pseudonym „an-G-kozzt“ einfach einen Blog über all das. Darüber, wie sehr sie Lucy und ihre Freunde für das hasst, was sie ihr antun. Ein guter Weg – bis Lucy und ihr Freund Adam plötzlich verschwinden …

Derweil geht Madison ihrem Leben nach. Sie hat sich verliebt und kann an niemand anders als Tyler denken … bis sie erfährt, dass ihre einst beste Freundin Lucy verschwunden ist. Automatisch kommen ihr wieder die anonymen E-Mails in den Sinn, die sie bereits seit einiger Zeit erhält. Ob Lucys Verschwinden mit den Mails in Zusammenhang steht?

Als dann auch noch Courtney, Madisons beste Freundin verschwindet, macht Madison sich auf eigene Faust auf die Suche nach Antworten für die Geschehnisse. Und stößt dabei auf eine ganz ähnliche Geschichte, die sich andernorts ereignet hat. Dass der Hauptverdächtige schließlich auch noch bei ihr auftaucht, ohne dass Madison weiß, was er eigentlich von ihr will, ist zunächst mehr als verwirrend. Doch dann erscheint plötzlich alles einen Sinn zu ergeben und sie macht sich gemeinsam mit Tyler auf, den Menschen, der hinter all dem und noch viel mehr steckt, zu überführen …

Ich muss wohl zugeben, dass ich jetzt schon eine Ewigkeit an Wish U Were Dead herumgelesen habe und jetzt richtig erleichtert bin, das Buch endlich beendet zu haben. Die Geschichte zieht sich einfach wie Kaugummi zum dann doch ziemlich verwirrenden und hektischen Finale hin. Einen Spannungsbogen vermisst man hier wirklich sehr. Zumal alles zunächst darauf hindeutet, dass es in der Geschichte nur darum geht, zu verdeutlichen, was passieren kann, wenn Mobbing aus dem Ruder läuft. Dass sich alles kurz vor Schluss doch noch in Richtung Krimi entwickelt, sorgt für meine Bewertung, nämlich …


[REVIEW] Rick Riordan - Percy Jackson: Im Bann des Zyklopen

Dienstag, 22. März 2011

Erscheinungsjahr: 2010
Verlag: Carlsen
Preis: 14,90€
Seiten: 336
Percy Jackson – Im Bann des Zyklopen bei Amazon

Percys siebtes Schuljahr verläuft einigermaßen ruhig - einigermaßen. Wenn da nicht diese Albträume wären, in denen sein bester Freund in Gefahr schwebt. Und tatsächlich: Grover befindet sich in der Gewalt eines Zyklopen. Zu allem Übel ist Camp Half-Blood nicht mehr sicher: Jemand hat den Baum der Thalia vergiftet, der die Grenzen dieses magischen Ortes bisher geschützt hat. Nur das goldene Vlies kann da noch helfen. Wird es Percy gelingen, Grover und das Camp zu retten? Das dürfte für einen Halbgott wie ihn eigentlich kein Problem sein. Doch seine Feinde haben noch einige böse Überraschungen auf Lager ...

Obwohl Percy in Tyson erstmals einen Freund gefunden hat, der weder Hufe noch Hörner hat und der trotzdem irgendwie für ihn da ist, bleibt Grover sein bester Freund. Blöd nur, dass Percy ihn neuerdings nur noch im Traum sieht und von ihm um Hilfe angefleht wird. Als sich Percys neue Schule nicht allzu sehr darüber freut, dass er gemeinsam mit Tyson, der dann doch nicht ganz so menschlich normal ist, wie er eigentlich zu sein schien, die Sporthalle verwüstet hat, bringt das den Stein erst so richtig ins Rollen.

Er kehrt ins Camp Half-Blood zurück und stößt dort auf neuerliche Hiobsbotschaften. Denn nicht nur Grover ist auf seiner Suche nach Pan, dem Gott der Wildnis in irgendeinen Hinterhalt geraten, aus dem nur Percy in, wie es scheint befreien kann, nein, auch der Baum der Thalia wurde vergiftet. Der Baum, der Camp Halb-Bloods Grenzen schützt und damit die Sicherheit aller Heroen im Camp garantiert.

Zudem stellt sich sehr bald heraus, dass Tyson nicht nur ein Zyklop, sondern auch Percys Halbbruder ist – was wiederum nicht gerade wenige der jungen Halbgötter als Anlass zu Spott sehen. Percy ist das jedoch egal, hatte er bis dahin doch nie einen Bruder und freut sich, Tyson jetzt an seiner Seite zu wissen.

Derweil arbeitet Luke, der Verräter, der Percy fast tötete, weiter hart daran, seine Monsterarmee aufzustellen. Für wen und aus welchem Grund, wird Percy allzu bald klar. Immerhin gibt es nur einen einzigen, der die Götter stürzen will, der jeden einzelnen von ihnen vollkommen vernichten will: Kronos, der Vater von Poseidon, Zeus und Hades.

Als Percy mit Annabeth und Tyson also aufbricht, um Grover zu retten, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als auch Lukes Treiben im Auge zu behalten. Dass er nicht der einzige ist, der es auf Percy abgesehen hat, wird spätestens dann klar, als feststeht, dass niemand anders als ein legendärer Zyklop Grover gefangen hält – und ihn heiraten will, weil er ihn für eine Frau hält …

Mit viel Witz und charmanter Ironie gespickt, macht auch das zweite Abenteuer von Mr. Perseus Jackson, genannt Percy wieder richtig Spaß. Mit der bisweilen fast kriminellen Unterschätzung seiner eigenen Fähigkeiten, erobert Percy das Herz eines jeden Lesers im Sturm und sorgt mühelos dafür, dass man seine Geschichte gerne und möglichst schnell liest. Unterhaltsames Lesen für zwischendurch.


[Hörbuchregal] Aufbau/#2 März 2011

Freitag, 18. März 2011

Heute - nun, man könnte vom heutigen Tag wirklich behaupten, dass er mein Glückstag ist. Immerhin konnte ich gleich zwei Hörbücher ergattern, die schon längere Zeit auf meiner Wunschliste standen. Das eine, weil ich die Autorin einfach genial finde und das andere, weil es mir noch in meiner Sammlung fehlte - als krönender Abschluss sozusagen. Ich präsentiere also stolz:
  1. Gottlos von Karin Slaughter - Teil 5 der Reihe um Gerichtsmedizinerin Sarah Linton und Chief Jeffrey Tolliver. Bin schon jetzt ganz neugierig, wie die Geschichte weiter geht ...
  2. Biss zum Ende der Nacht von Stephenie Meyer - 4. und letzter Teil der twilight-Saga. Und der einzige, der mir bis jetzt gefehlt hat. ;)
Zugegeben, es sind "nur" zwei neue Hörbücher. Aber da es zwei sind, die ich schon so lange haben wollte, freue ich mich gerade so viel mehr, als wenn ich hier ein sattes Dutzend vorzuweisen hätte, von dem ich keines wirklich toll finde. :)

[REVIEW] Suzanne Collins - Flammender Zorn

Samstag, 12. März 2011

Erscheinungsjahr: 2011
Originaltitel: The Hunger Games: Mockingjay
Verlag: Oetinger
Preis: 18,95€
Seiten: 431
Flammender Zorn bei Amazon

Schwer verletzt wurde Katniss von den Rebellen gerettet und in Distrikt 13 gebracht. Doch ihre einzige Sorge gilt Peeta, der dem Kapitol in die Hände gefallen ist. Die Regierung setzt alle daran, seinen Willen zu brechen, um ihn als Waffe gegen die Rebellen einsetzen zu können. Gale hingegen kämpft weiterhin an der Seite der Aufständischen, und das, zu Katniss' Schrecken, ohne Rücksicht auf Verluste. Als sie merkt, dass auch die Rebellen versuchen, sie für ihre Ziele zu missbrauchen, wird ihr klar, dass sie alle nur Figuren in einem perfiden Spiel sind. Es scheint ihr fast unmöglich, die zu schützen, die sie liebt.

Was ein neuer Anfang sein sollte, entpuppt sich für Katniss Everdeen zum absoluten Albtraum. Dass man sie aus der Arena retten konnte, tröstet sie nicht im Geringsten über den hinweg, den man nicht retten konnte: Peeta. Und in Distrikt 13 scheint das niemand so recht nachvollziehen zu können, außer vielleicht Finnick, der sich in derselben Situation befindet, da das Kapitol außer Peeta auch seine Annie gefangen hält. Eine ausweglose Situation, wie es scheint, soll Katniss doch als Spotttölpel die Rebellion anführen.

Als sie schließlich doch zustimmt, diese Rolle zu übernehmen, beginnt der Kampf so richtig – und zwar auf psychischer, als auf physischer Ebene. Nicht nur, dass Peeta inzwischen so etwas wie die Marionette des Kapitols ist und live im TV davon spricht, dass dieser Krieg falsch ist, nein, die Truppen des Kapitols schrecken auch nicht davor zurück, hilflose, verwundete Menschen, Frauen und Kinder gnadenlos niederzumetzeln.

Dass es den Soldaten aus Distrikt 13 schließlich doch gelingt, Annie und Peeta zu befreien, entpuppt sich für Finnick als wahr gewordener Traum, für Katniss jedoch als das Schlimmste, was ihr je passieren konnte. Denn der Peeta, der zu ihr zurückkehrt, will sie töten. Er hasst sie von ganzem Herzen und gibt ihr die volle Schuld daran, dass das Kapitol ihn gefangen nahm und folterte. Dass er dort auch eingewebt wurde, scheint er gar nicht zu bemerken.

Unter allen Foltermethoden des Kapitols ist das Einweben eine der am meisten gefürchteten. Denn hierbei wurden Peetas Erinnerungen an Katniss, seine tiefe Liebe zu ihr buchstäblich verseucht, mit Jägerwespengift verstümmelt und verfälscht, bis jede seiner Erinnerungen an sie nur noch mit Hass und Schmerz verbunden war.

Während man sein Bestes gibt, Peeta ganz allmählich wieder gesund zu machen – was wahrscheinlich nie ganz klappen wird – heiraten Finnick und Annie. Und das, ehe Finnick mit Katniss, Gale und den Truppen nach Distrikt 2 aufbricht, wo der Widerstand noch groß ist, quasi die letzte Station, bevor die Rebellen das Kapitol erreichen. Als der Widerstand niedergekämpft ist, erkennt Katniss, dass Gale sich verändert hat und nun keinerlei Mitleid mehr walten lässt, den Feind und jene, die ihn unterstützen, zu töten.

Doch als Katniss mit ihrer Truppe schließlich das Kapitol erreicht und Peeta dort zu ihnen stößt, für bestmöglich genesen empfunden, flammt der alte Schmerz wieder auf. Und das, nur wenige Meter von den Straßen des Kapitols entfernt. Den Straßen, in denen auf jedem Meter eine tödliche Falle auf die Rebellen warten kann und in denen Katniss leichte Beute für Peeta ist. Und dennoch wagen Katniss, Peeta, Gale, Finnick und ihre Truppe den Vorstoß in das Herz des Feindes, unwissend, das am Ende nur drei von ihnen überleben werden …

Da hätten wir nun also den Abschloss, den dritten und letzten band der Tribute von Panem. Von mir gefürchtet und doch herbeigesehnt, wollte ich doch nicht, dass die Geschichte endet, aber auch, dass sie sich fortsetzt. Das Lesen war ein einziger Marathon, so viel sei gesagt. Zuhause habe ich jede freie Minute gelesen und habe das Buch dann auch mit in die Schule genommen, zudem habe ich auch im Bus gelesen. Dass es spannend war, wäre also reichlich überflüssig zu erwähnen.

Was allerdings sehr wohl zu erwähnen sei ist, dass ich das Buch ganze dreimal gegen die Wand geworfen habe – wobei ich letzten Endes ja schon froh war, dass es ein geliehenes Exemplar aus unserer Bibliothek war. Selten – und das ist mein voller Ernst – war ich derart wütend über den Tod eines Charakters, wie in diesem einen Fall. So wütend, dass ich geschlagene drei Stunden einfach nicht weiter lesen wollte, dass ich fast sicher war, das Buch gar nicht beenden zu wollen.

Dass ich es doch getan, das Buch beendet habe, bereue ich im Nachhinein nicht, was auch gut ist, da ich mit Flammender Zorn sonst schon mein drittes abgebrochenes Buch in diesem Jahr vorzuweisen hätte und mich die Frage, wie alles nun geendet hat, vermutlich ewig gequält hätte.

Was die gute Katniss angeht, so ist sie auch in Band 3 so dickköpfig und bisweilen nervtötend wie eh und je – aber das kennen wir ja schon. Von daher reicht sie allein nicht aus, um diesem Buch die volle Weltenzahl abzuerkennen. Der Tod dieses einen Menschen hingegen, der für meine Begriffe ein Happy End noch so viel mehr verdient hätte, als gewisse andere Personen, hingegen, kostet Flammender Zorn eine ganze Welt. Und nur eine, weil der Rest der Geschichte schlichtweg genial ist. Aber eben auch eine, weil es nicht fair wäre, für den Tod meines absoluten Lieblingscharakters dieser Bücher nicht ein Zeichen zu setzen. Von daher hätten wir hier dann also … 


[Hörbuchregal] Aufbau/#1 März 2011

Donnerstag, 10. März 2011

Und weiter geht es mit einem deftigen Update für mein Hörbuchregal. Dieses Mal ganz im Namen guter Thriller, noch unbekannter Buchtypen, Fantasy und - wie ich doch meinen würde - jeder Menge großen Namen. Welche Namen ich meine? Nun, die hier ...
  1. Scheintot von Tess Gerritsen - so bekannt ist diese Autorin und dennoch muss ich gestehen, dass dieses Hörbuch für mich eine Premiere ist. Ob zu Recht oder vollkommen unberechtigt, wird sich wohl noch zeigen müssen.
  2. Die Säulen der Erde von Ken Follett - nachdem ich die Verfilmung gesehen hatte, habe ich ja schon sehnlichst darauf gewartet, auch endlich das Buch zu lesen oder es mir zumindest anzuhören - jetzt ist es dann also so weit, dass zumindest letzteres in Erfüllung gehen könnte.
  3. Eragon: Der Vermächtnis der Drachenreiter von Christopher Paolini - schon lange auf meiner Wunschliste, so viel steht fest.
  4. Mängelexemplar von Sarah Kuttner - Autor, Titel und Thematik völlig unbekannt. Klingt verlockend, was? ;)
  5. Toxic von Mark T- Sullivan - eins meiner absoluten Lieblingsbücher im Bereich der Thriller. Klar, dass ich dieses Hörbuch haben musste!
Also - was sagt man dazu? Bunt gemischt, würde ich das ja nennen.

[REVIEW] Suzanne Collins - Gefährliche Liebe

Dienstag, 8. März 2011

Erscheinungsjahr: 2010
Verlag: Oetinger
Preis: 17,95€
Seiten: 431
Gefährliche Liebe bei Amazon

Seitdem Katniss und Peeta sich geweigert haben, einander in der Arena zu töten, werden sie vom Kapitol als Liebespaar durch das ganze Land geschickt. Doch da ist auch noch Gale, der Jugendfreund von Katniss. Und mit einem Mal weiß sie nicht mehr, was sie wirklich fühlt - oder fühlen darf. Als immer mehr Menschen in ihr und Peeta ein Symbol des Widerstands sehen, geraten sie alle in große Gefahr. Und Katniss muss sich entscheiden – zwischen Peeta und Gale, zwischen Freiheit und Sicherheit, zwischen Leben und Tod ...

Nachdem das Kapitol dazu gezwungen war, erstmals seit dem Bestehen der Hungerspiele, zwei Sieger zu gestatten, seit Katniss und Peeta darin, gemeinsam, Selbstmord zu begehen – und das live vor einem Millionenpublikum –, ihre einzige Überlebenschance sahen und damit offen zur Revolution aufriefen, werden sie gleichsam verehrt, ja geliebt und verachtet, um nicht zu sagen, gehasst. Geliebt von den unterdrückten Destrikten im Lande Panem und gehasst vom Kapitol, wo man nun um die Vorherrschaft fürchtet.

Trotzdem schickt man die beiden auf ihre Siegertour durch alle zwölf Destrikte, wo man ihnen ganz offen demonstriert, was passiert, wenn sie sich weiterhin gegen das Kapitol auflehnen. Vor ihren Augen wird ein Mann erschossen, nur weil er eine Melodie gesungen hat, die dem Kapitol nicht passte. Und natürlich kann sich Katniss auch nicht davon abhalten, den Familien der Tribute zu danken, denen sie und Peeta ihr Leben verdanken – der kleinen Rhue und Thresh.

Diese Tat – indem Katniss und Peeta live im TV versichern, dass beide Familien genug zu essen haben werden – ist dann vermutlich auch der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Denn kurz darauf, als die Hungerspiele aufs Neue anstehen, gibt Präsident Snow - der Katniss noch höchstpersönlich davor gewarnt hatte, dass sie mit dem, was sie damals in der Arena angefangen hat, einen Großbrand auslösen könne, der völlig außer Kontrolle geraten und Panem verschlingen könne - bekannt, dass das dritte Jubeljubiläum – das immer alle 25 Jahre stattfindet – in diesem Jahr einzig und alleine von bereits gekürten Siegern der Hungerspiele ausgetragen wird.

Noch immer gefangen zwischen ihren Gefühlen für Gale, ihren längsten und besten Freund und Peeta, sieht Katniss ihrem Ende entgegen, das ihr aufgrund der gewalttätigen Zustände, die neuerdings in ihrem Distrikt herrschen, gar nicht einmal so grausam vorkommt. Denn da aus jedem Distrikt ein männlicher und ein weiblicher Tribut in die Arena gehen werden, steht bereits fest, dass sie auch dieses Mal um ihr Leben kämpfen muss – schließlich ist sie die einzige noch lebende Siegerin in Distrikt 12. Bei Peeta hingegen sieht es anders aus. Immerhin gibt es ja auch noch Haymitch, seinen und Katniss’ alten Mentor, der das letzte Jubeljubiläum gewann.

Verbissen bereiten sich die Drei auf die Spiele vor, wobei jeder insgeheim seine eigenen Pläne verfolgt. Katniss, die vorhat, alles dafür zu geben, um Peeta zu retten und daher lieber Haymitch mit in die Arena nehmen würde. Peeta, der um jeden Preis mit Katniss in die Arena möchte, um sie mit seinem Leben zu beschützen. Haymitch, der zwischen allen Stühlen steht, weil ihn Peeta einerseits bedrängt, sobald er mit Kantniss in der Arena ist, alle Sponsorengeschenke ihr zukommen zu lassen und alles zu tun, um sie lebend dort herauszuholen. Und andererseits hat er sich selbst fest vorgenommen, nachdem er bei den letzten Hungerspielen seine ganzen Anstrengungen auf Katniss konzentriert hat, jetzt Peeta das Leben zu retten.

Lange Rede, kurzer Sinn: am Ende fällt die Wahl doch wieder auf Peeta und Katniss, das tragischste aller Liebespaare, das man in Panem je sah. So machen sich die beiden mit Haymitch, der wieder einmal ihr Mentor ist, auf den Weg ins Kapitol, wobei sie sich noch auf dem Weg über die anderen Tribute kundig machen. Alte Menschen, Tribute, die das, was sie in der Arena getan und gesehen haben mit Drogen gedämpft hatten, geborene Killer und einige auffälligere Persönlichkeiten, die Katniss noch aus früheren Hungerspielen kennt: Johanna Masen, die ihre Spiele gewann, indem sie tat, als könne sie kein Wässerchen trüben und dann alles niedermetzelte, was ihr zu nahe kam und Finnick Odair, der unbestrittene Liebling des Kapitols, einer der schönsten Menschen, die Katniss je gesehen hat und der im zarten Alter von vierzehn mit einem Dreizack und einem Netz mordend die Arena als Sieger verließ.

Im Kapitol dann wird alles noch viel schlimmer als gedacht – dann, als Katniss und Peeta die Siegertribute kennen lernen und mehr über ihre Hungerspiele erfahren. Als Peeta dann auch noch am Abend vor dem Beginn der Spiele eine Bombe platzen lässt, die alles, was jemals zuvor bei den Hungerspielen bekannt gegeben wurde, in den Schatten stellt, sich alle 24 Siegertribute bei den Händen nehmen und gemeinsam im Stillen gegen das protestieren, wozu man sie zwingt, bricht die Hölle los. Am Morgen darauf beginnen die Spiele und alles wird noch schlimmer – auch wenn man denken könnte, dass das nicht mehr möglich sein könnte. Lügen, Intrigen, Heimlichtuereien, unerwartete Verbündete, Tod und Liebe kämpfen in einer Arena um die Vorherrschaft. Und den Tributen läuft tickend die Zeit davon.

Nachdem ich im vergangenen November den ersten Teil der Tribute von Panem gelesen hatte, war es für mich gar keine Frage, ob ich auch die beiden letzten Bücher der Trilogie lesen würde. Denn auch wenn Katniss meiner Meinung nach allzu oft egoistisch ist und nicht so recht darüber nachzudenken scheint, was sie da tut, muss ich schon sagen, dass ich diese Bücher einfach liebe und dass sie spätestens nach dem Beenden des ersten Buches Tödliche Spiele in die Liste meiner absoluten Lieblingsbücher aufgestiegen sind.

Aber im Gegensatz zu Teil 1 lernt man in Gefährliche Liebe erstmals ein wenig mehr Tribute kennen. Beispielsweise Mags, eine Frau um die 80, die Katniss auf Anhieb sympathisch ist – obgleich sie alt ist. Oder Johanna Masen, die Katniss eigentlich für vollkommen herzlos hielt, die aber zumindest was ihre Freundschaft zu Finnick Odair angeht, erstmals Menschlichkeit zeigt. Oder dann Finnick selbst. Mr. Perfect, den Katniss immer für einfältig hielt und der Peeta und ihr in der Arena mehrmals das Leben rettet, überraschend fürsorglich ist und sich außerdem als das absolute Gegenteil von dem entpuppt, was man von ihm erwartet. Finnick, der das verrückte Mädchen, an dessen Stelle die alte Mags freiwillig mit ihm in die Arena kam, mehr liebt, als er je sagen kann.

Einmal ganz zu schweigen vom dem Knalleffekt, mit dem das Buch endet, habe ich jede einzelne Seite buchstäblich verschlungen. Um genau zu sein – ich habe das Buch erst seit gestern Nachmittag und bin gerade fertig geworden. Ja, ich denke, das dürfte alles sagen. 
 

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Das ist übrigens der Buchtrailer zum zweiten Teil der Tribute von Panem: 

[REVIEW] Christoph Marzi - HEAVEN-Stadt der Feen

Samstag, 5. März 2011

Erscheinungsjahr: 2009
Verlag: Arena
Preis: 14,95€
Seiten: 358
HEAVEN – Stadt der Feen bei Amazon

Feenblut fließt in den Adern von Heaven. Aber bisher weiß das Mädchen noch nichts von ihrer besonderen Abstammung. Als die Jagd auf sie beginnt, ist Heaven ist ganz auf sich gestellt. David dagegen findet sein Leben ziemlich normal. Gut, seine Ex hat ihn gerade verlassen, aber kein Grund für ein Hollywood-Drama. Doch dann trifft er hoch auf den Dächern Londons Heaven. Und Davids Leben ändert sich für immer.

Davids Leben ist nicht so wirklich perfekt – aber es ist das Leben, das er sich ausgesucht hat. Fort von seiner Familie, deren Präsenz ihm fast den Atem nahm, lebt er mit einer eigensinnigen alten Dame über einem Bücherladen, was er mit Hilfstätigkeiten und Arbeit bestreitet. Mit seinen siebzehn Jahren hatte er eine Zeitlang eine Beziehung mit der für ihn zuständigen Dame vom Jugendamt – Ende der Geschichte. Könnte man zumindest meinen.

Als er eines Nachts über die Dächer Londons auf dem Weg zu einem Büchersammler ist, um ihm ein besonders wertvolles Buch zu überbringen, begegnet er Heaven. Diese behauptet, jemand habe ihr das Herz gestohlen. Zunächst ist David mehr als skeptisch, was diese Geschichte betrifft, doch nach und nach ändert er seine Meinung.

Er nimmt Heaven mit sich nachhause, wo beide feststellen, dass sie es in warmen Räumen kaum aushält. Durch die Nachfrage bei dem Büchersammler, den David in der Nacht, in der er Heaven traf, aufsuchen sollte, kommen die beiden ganz allmählich der Wahrheit hinter all den Irrungen und Wirrungen auf die Schliche. Als es dann so weit ist, klar wird, wer Heavens Herz gestohlen hat, gerät die Welt des Mädchens nicht nur ins Wanken, sondern wird regelrecht erschüttert.

Nichts, was sie bis dahin für die Wahrheit hielt, nichts, woran sie glaubte, ist jetzt weniger als Lüge. Und zudem bleibt ihr am Ende nur David, um alldem die Stirn zu bieten. David, in den sie sich verliebt und der eigentlich von Anfang an mehr für sie empfand als bloß Freundschaft. Fragt sich nur, ob die beiden zusammen stark genug sind, eine Entscheidung zu treffen, die beider Leben für immer verändern wird …

Dass ich noch nie ein großartiger Fan von deutschen Autoren war und sich das ganz bestimmt auch nicht mehr ändern wird, dürfte allmählich ja klar sein. Als ich aber dieses wirklich, wirklich, wirklich schöne Cover sah, hab ich diese Tatsache einfach mal ignoriert und zugegriffen, ohne auch nur nachzusehen, worum es in dem Buch überhaupt geht. Als sich dann allerdings herausstellte, dass die Geschichte in meiner absoluten Lieblingsstadt spielt – nämlich London –, hab ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen.

David ist erwachsener als so viele andere in seinem Alter und noch dazu wirklich sympathisch. Heavens Charakter ist ebenfalls recht interessanter. Und als Krönung diese unglaublich bildhaften Beschreibungen von London – alles in allem ein rundes Gesamtbild. Eins der wenigen deutschen Bücher, das ich sehr, sehr gerne gelesen habe und das sich seine Bewertung voll und ganz verdient hat.


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