[Reingehört] Suzanne Collins - Tödliche Spiele

Donnerstag, 27. Januar 2011

Erscheinungsjahr: 2010
Originaltitel: The Hunger Games
Verlag: Oetinger audio
Preis: 24,95€
CDs: 6
Sprecher: Maria Koschny
Notes: Teil 1 der Tribute von Panem.
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Liebe, Tod und Leidenschaft - mögen die Spiele beginnen! Als Katniss erfährt, dass ihre kleine Schwester für die Spiele von Panem ausgelost worden ist, meldet sie sich freiwillig - wohl wissend, dass sie damit ihr Todesurteil unterschreibt. Denn es darf nur einer überleben bei diesem grausamen Ritual in der fernen Zukunft Nordamerikas. Noch weiss sie nicht, dass sie Peeta, einem Jungen aus ihrem Distrikt, gegenüber stehen wird. Wird einer den anderen töten, um selbst zu überleben? Da geschieht das Wunder: Peeta scheint ihr Leben retten zu wollen ... 

Stell dir eine Welt vor, in der ein Capitol über die Menschen herrscht - über Leben und über Tod. Stell dir vor, Nordamerika existiert nicht mehr und das, was noch nicht durch Kriege zerstört ist, teilt sich in 12 Destrikte auf, über die das Capitol mit eiserner und unglaublich grausamer Hand herrscht. Stell dir vor, dass jedes Jahr so genannte Hungerspiele veranstaltet werden, an denen je ein Junge und ein Mädchen aus jedem der 12 Destrikte teilnehmen muss, um alle daran zu erinnern, dass sie sich nie wieder gegen das Capitol auflehnen sollen, wenn sie nicht so enden wollen, wie es einst bei der Zerstörung von Distrikt 13 der Fall war.
Und nun stell dir vor, dass die Hungerspiele im Grunde nichts anderes sind als öffentliche Hinrichtungen von unschuldigen Kindern. Dass das gesamte Geschehen, das in der Arena, in die die 24 Tribute gebracht werden, live im Fernsehen übertragen wird und dass die Eltern, Geschwister, Freunde und auch alle anderen, die die Tribute kennen, dabei zusehen müssen, wie sie sterben. Wie sie von Mutationen, die das Capitol erschaffen hat, niedergemetzelt werden. Oder von Mittributen, die nur noch an den Sieg und das Überleben denken können - oder die verrückt geworden sind. Willkommen in der Welt von Katniss Everdeen, Tribut der 74. Hungerspiele ...

Schon im November letzten Jahres habe ich Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele gelesen und immer noch bekomme ich eine Gänsehaut, wenn ich nur daran denke. Einen Tag und eine komplette Nacht hat es mich damals gekostet, das Buchdurchzulesen - und das, obwohl ich es mehrmals weglegen musste, weil ich einfach nicht so ganz glauben konnte, dass das wirklich passiert - mit Katniss, mit Rue, mit Peeta. Jetzt die Lesung anzuhören, bringt diese unglaubliche Faszination für diese Welt zurück. Grausame Faszination dafür, wie Suzanne Collins eine so perfekte, stimmige und doch so furchtbare Welt erschaffen konnte. Großartig gelesen von Maria Koschny. Ein Muss für jeden Fan der Buchreihe.


[Reingehört] Joanne K. Rowling - Harry Potter und der Halbblutprinz

Dienstag, 25. Januar 2011

Erscheinungsjahr: 2006
Verlag: der Hörverlag
Preis: 89,99€
CDs: 22
Sprecher/in: Rufus Beck
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Seit Voldemort, der gefährlichste schwarze Magier aller Zeiten, zurückgekehrt ist, herrschen Aufruhr und Gewalt in der magischen Welt. Als Harry Potter und seine Freunde Ron und Hermine zu ihrem sechsten Schuljahr nach Hogwarts kommen, gelten strengste Sicherheitsmaßnahmen in der Zaubererschule. Dumbledore will seine Schützlinge vor dem Zugriff des Bösen bewahren. Um Harry zu wappnen, erforscht er mit ihm die Geschichte des Dunklen Lords. Ob auch Harrys Zaubertrankbuch, das früher einem „Halbblutprinzen“ gehörte, ihm helfen kann? Nur ein Detail fehlt, das Harry finden muss, dann liegt das Geheimnis um Voldemort offen. Dumbledore führt ihn, doch im alles entscheidenden Moment ist der Halbblutprinz zur Stelle und zeigt sein wahres Gesicht.

Harrys vorletztes Abenteuer im steten Kampf gegen die Mächte des Bösen, verkörpert durch den Dunklen Lord, Voldemort. Sicherlich die Geschichte schlechthin, die Groß und Klein, Jung und Alt gleichermaßen in Atem gehalten hat. Weltweit innigst geliebt, tritt Dumbledore dank des Halbblutprinzen also sein letztes Abenteuer an und gibt dabei alles, um Harry für das vorzubereiten, was noch kommen mag.

Vermutlich als eine der Letzten überhaupt hat mich mit schätzungsweise 13 der Rappel gepackt und ich habe mir Harry Potter Teil 1-6 innerhalb von knapp fünf Wochen mal zur Brust genommen, sie völlig fasziniert gelesen. Dass ich danach zum absoluten Potter-Fan mutiert bin, war im Grunde ja vorauszusehen. Und dass ich mir auch die Lesungen zulegen würde, war wohl bereits vorbestimmt. Dementsprechend fragwürdig, wenn nicht gar traurig ist dann sicherlich, dass ich es erst jetzt bis Teil 6 geschafft habe – was wohl auch an den horrenden Preisen für die Lesungen liegt.

Jedenfalls habe ich mir jetzt dann auch den Halbblutprinzen angehört und bin wieder mal verzaubert. Nicht nur von der Geschichte um Harry, sondern auch von Rufus Becks fast erschreckendem Talent, jedem einzelnen Charakter der Buchreihe seine ganz eigene, individuelle Stimme zu verpassen. Ein Künstler – jede andere Beschreibung wäre mehr als maßlos untertrieben. Da ich diese Geschichte schon lange zu lieben gelernt habe und Rufus Becks Interpretation quasi nur das Tüpfelchen auf dem I ist, voll verdiente …


[REVIEW] Melissa Marr - Für alle Ewigkeit

Samstag, 22. Januar 2011

Erscheinungsjahr: 2010
Originaltitel: Fragile Eternity
Verlag: Carlsen
Preis: 17,90 €
Seiten: 395
Für alle Ewigkeit bei Amazon

Seit Seth endlich mit seiner geliebten Ashlyn zusammen ist, will er nur eins: für immer bei ihr sein. Doch Ashlyn, die Sommerkönigin der Elfen, ist unsterblich - und die Ewigkeit wird sie nicht mit Seth, sondern mit dem schönen Elfenkönig Keenan verbringen. Es sei denn, es gelingt Seth, ebenfalls Unsterblichkeit zu erlangen ... Wild entschlossen sucht er sich Verbündete unter den unheimlichen, zum Teil bösartigen Elfen. Als er erfährt, dass nur die Königin des Lichts ihm seinen Wunsch erfüllen kann, macht er sich auf den Weg an ihren Hof. Doch weiß er noch nicht, welches Opfer von ihm erwartet wird ...

Nach Gegen das Sommerlicht und Gegen die Finsternis, handelt es sich hierbei um den dritten Teil der so genannten Sommerlicht-Serie. Diese handelt von Ashlyn, Seth und Keenan und ihrer Dreiecksbeziehung.

In Teil eins ging es hauptsächlich um die Verwandlung Ashlyns zur so genannten „Sommerkönigin“, deren Schicksal an der Seite des „Sommerkönigs“ Keenan ihre Bestimmung fände. Allerdings stellt Ashlyn fest, dass sie Keenan gar nicht liebt, ihn bestenfalls als Freund sehen könnte. Der, den sie liebt, ist Seth, der als Künstler in einem alten Eisenbahnwaggon lebt und der überdies schon lange Ashlyns bester Freund ist. An sich gefiel mir der Auftakt der Reihe noch am besten, da ich Ashlyns Motive ganz gut nachvollziehen konnte. Und selbstverständlich konnte auch ich mich Seths sympathischen Charakter nicht entziehen.

Teil zwei der Sommerlicht-Serie handelte dann von den Versuchungen, die von den unterschiedlichen Elefenhöfen ausgehen, in deren Welt Ashlyn nun vollends eintaucht – als Sommerkönigin, an Keenans Seite und Freundin von Seth. Denn außer dem Hof des Sommerkönigs gäbe es da schließlich auch noch den der Winterkönigin, die ebenso neu in ihrem „Job“ ist wie Ashlyn, da die vorherige – Keenans Mutter – von Ashlyn und ihren Freunden getötet wurde – im Übrigen ist eben jene Winterkönigin die Geliebte und eigentlich große Liebe von Keenan. Ein Kampf zwischen Sommer und Winter, in den bisweilen auch noch der Hof der Dunkelelfen involviert ist. Dort nämlich herrscht Irial, der Meister der Manipulation. Ihm gar nicht einmal so unähnlich ist da Niall, der sich vor Jahrhunderten von seinem Herrn und Freund abwandte und nun Keenans Vertrauter ist. Aber die Jahre am Hof der Dunkelelfen haben ihre Spuren hinterlassen und strecken ihre Fühler nun nach Ashlyns Freundin Leslie aus.

Nachdem mir schon das Lesen des zweiten Bandes vorkam, wie sich immer mehr in die Länge ziehender Kaugummi, kann ich nicht unbedingt behaupten, dass es mich tatsächlich überrascht hat, dass es Januar werden musste, bis ich Band drei endlich fertig gelesen hatte – und das, obwohl ich bereits Mitte November zu lesen angefangen habe.

Die Sympathien für Ashlyn und Seth, die im ersten Buch aufgebaut wurden und im zweiten ziemlich zurückgegangen sind, gehen während des Lesens des dritten Buches fast gänzlich verloren. Ashlyn entpuppt sich als egoistisches Paradebeispiel eines hormongeladenen Teenagers, Seths Selbstbewusstsein und sein Vertrauen in Ashlyn wirken alles andere als authentisch und die Geschichte wirkt im Allgemeinen reichlich konstruiert, was auch dadurch nicht besser wird, dass erstmals die bisher nur erwähnte Königin der Lichtelfen in Erscheinung tritt, ihrem Ruf als eiskalte Monarchin so gar keine Ehre macht und Seth urplötzlich als ihren Sohn sieht.

Alles, was mir zum dritten Teil dieser Reihe einfällt, ist Folgendes: Was soll das? Ich mochte das erste Buch wirklich gerne. Doch entweder fehlen Melissa Marr im Moment gute Ideen, oder sie hat nur noch den Profit im Kopf. Mir graust es ja schon vor Teil vier der Serie, den ich aber wohl trotz allem lesen werde, weil ich nun einmal das Laster habe, immer jede Reihe zu Ende lesen zu wollen – ganz gleich, wie mies sie auch sein mag.

Hier dann also meine Bewertung im bildlichen Sinne.



Für alle, die es interessiert, präsentiere ich hier noch das englische Original-Cover des Buches:

[Reingehört] Cody McFadyen - Der Todeskünstler

Donnerstag, 13. Januar 2011


Erscheinungsjahr: 2007
Originaltitel: The Face of Death
Verlag: Lübbe Audio
Preis: 6,95€
CDs: 6
Sprecher/in: Franziska Pigulla
Der Todeskünstler bei Amazon

Das Grauen war in diesem Haus, und es hat Spuren hinterlassen. FBI-Agentin Smoky Barrett riecht den Tod bereits, als sie die Schlafzimmertür öffnet. Der Boden ist mit Blut getränkt; auf der Decke und den Wänden prangen Blutgemälde. Neben den beiden entstellten und geschändeten Opfern kauert ein Mädchen. Sie hält sich eine Pistole an die Schläfe. Der Todeskünstler hat sie besucht, und das nicht zum ersten Mal ...

Als FBI-Agentin Smoky Barrett zu einem Haus beordert wird, in dem drei Morde begangen worden sein sollen, findet sie dort die verstörte Sarah vor, die damit droht, sich umzubringen, wenn man ihr nicht endlich glaubt, dass es ihn gibt – den Todeskünstler. Der Mann, der sie nicht zum ersten Mal besucht und ihr Leben zerstört hat. Der Mann, der einst ihre Eltern ermordet und sie zur Waise gemacht hat. Der Mann, der immer weiß, wenn sie glücklich ist und ihr dieses Glück immerzu zu nehmen weiß.

Dass er dieses Mal ihre Adoptiveltern und ihren Adoptivbruder ermordet hat, steht für das Mädchen außer Frage. Doch wer glaubt ihr, dass es diesen Mann wirklich gibt, der Sarah als sein ganz persönliches Projekt sieht und ihr Leben kategorisch zerstört? Zunächst zweifelt sogar Smoky daran, dass es den Künstler gibt, doch dann kann selbst sie es nicht mehr leugnen. Denn es gibt ihn wirklich, den wahnsinnigen Künstler, der Sarahs Leben zu einem Abbild von Wahnsinn, Schmerz und unbeschreiblichem Verlust machen will.

Nachdem ich im vergangenen November mit Das Böse in uns den dritten Teil der Buchreihe rund um Smoky Barrett gelesen hatte, war ich schon gespannt darauf, wie die anderen Bände der Reihe sein würden. Da es sich bei Der Todeskünstler um den Vorgänger zu Das Böse in uns handelte, erklärte das Buch/Hörbuch so einiges.

Und fast würde ich meinen, dass Teil 2 der Reihe der bisher Beste ist. Mcfadyen enthüllt in seinem Werk die Abgründe der menschlichen Natur, verliert dabei aber auch den Realitätsaspekt nicht aus den Augen. Man kann es unwillkürlich einfach nicht glauben, als man buchstäblich Zeuge der Ermordung von Sarah Eltern wird, so unbeschreiblich unmenschlich wird diese vollzogen. Dass dabei eine ganze Menge Erinnerungen der dem Tod Geweihten erzählt werden, macht es nur noch schlimmer.

Allerdings bleibe ich bei meiner Meinung, dass Smoky Barrett nie eine meiner Lieblingscharaktere sein wird, weil sie hin und wieder geradezu blind zu sein scheint und mir ihr ewiger grimmiger Stolz auf ihre Narben und das, was sie überlebt hat, allmählich wirklich auf den Wecker geht. Denn meiner Meinung nach kann man nicht sagen, dass ein Serienmörder die eigene Tochter ermordet hat, wenn der Mörder das Kind als Schutzschild benutzt hat, als man auf ihn geschossen hat. Dass Smoky das allerdings noch immer so sieht, ist ziemlich … daneben.

Aber einmal davon abgesehen, dass sie einfach immer mit dem Kopf durch die Wand will und Mcfadyen es mit Smokys tragischer Berühmtheit eindeutig ziemlich übertreibt, hat mir Der Todeskünstler eigentlich ganz gut gefallen. Eben nur schade, dass eine volle Punktzahl dank Misses Barrett hier nicht gerechtfertigt ist. ;)

Kaufen? Hm.
Leihen? Ja.



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Das ist übrigend der Buchtrailer zu Der Todeskünstler:


[Hörbuchregal] Aufbau/#2 Januar 2011

Gerade einmal acht Tage sind seit meinem letzten und ersten Aufstockungs-Post in Sachen Hörbuchregal vergangen und schon kommt hiermit der zweite Post dieses Jahres.

Nicht weniger als fünf Neuzugänge darf ich im Folgenden kurz vorstellen:
  1. Harry Potter und der Halbblutprinz von Joanne K. Rowling - Nach den Teilen 1-5 bin ich nun endlich auch stolze Besitzerin von Teil 6 der Potter-Saga. Und wer Harry Potter ist - nun ja, ich denke mal, das muss ich wirklich nicht erklären ...
  2. Obsession von Simon Beckett - Für mich als absoluter Neuling in Sachen Simon Beckett mal etwas ganz Anderes.
  3. Schmitz' Katze von Ralf Schmitz - Ich habe keine Ahnung, ob mir Humor bei Hörbüchern liegt ... aber das werde ich wohl herausfinden.
  4. Die Chemie des Todes von Simon Beckett - Nicht genug, dass ich noch immer nicht ganz davon überzeugt bin, ob ich Simon Beckett nun mag oder nicht, musste ich mir natürlich auch gleich zwei seiner Werke als Lesung zulegen.
  5. Darkness von Douglas Preston und Lincoln Child - Ebenfalls Neuland für mich - wobei anzumerken sei, dass man bei neuen Autoren vermutlich auch nicht gerade mit Band 8 einer Reihe anfangen sollte.
So. Das wären sie also, die fünf neuen Lesungen, die ab sofort im Regal auf ihren Auftritt und die darauf folgende Rezension warten ...

[REVIEW] Don DeLillo - Cosmopolis

Montag, 10. Januar 2011

Nennenswertes zuerst:
Erscheinungsjahr: 2003 (2010)
Verlag: Süddeutsche Zeitung Bibliothek
Preis: 8,90 €
Seiten: 188
Cosmopolis bei Amazon

New York an einem Tag im April 2000. Eric Packer, erfolgreicher Vermögensverwalter, fährt in seiner Limousine quer durch Manhattan, um sich bei seinem Lieblingsfriseur die Haare schneiden zu lassen. Weltweit wackeln die Börsenkurse und als Eric viele Stunden und etliche riskante Termingeschäfte später endlich seinen Haarschnitt bekommt, droht auch sein Leben aus den Fugen zu geraten.

Eric Packer ist 28 Jahre alt, ein absolutes Finanzgenie, sportbesessen - und er ist skrupellos, geht im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen, hat so manche Affäre und erkennt seine Frau, die er erst vor ein paar Tagen geheiratet hat, erst auf den dritten Blick wieder. Außerdem nimmt er seine Sonnenbrille so gut wie nie ab - tatsächlich stellt seine Frau erst Tage nach der Hochzeit fest, dass seine Augen blau sind - und will an einem ganz gewöhnlichen New Yorker Aprilmorgen im Jahr 2000 einen neuen Haarschnitt.

Während der auf diese Entscheidung folgenden 24 Stunden taucht der Leser ein in die Welt von Packer. Denn auf seinem Weg zu dem Friseur seiner Kindheit kommt ihm so einiges in die Quere. Zum einen die Gedenkzeremonie für einen erst kürzlich verstorbenen Rapper, zum anderen der Besuch des Präsidenten, der zufällig in der Stadt ist und natürlich auch die Ausschreitungen einiger Globalisierungsgegner, die mitten in Manhatten die großen Werbetafeln an den Hochhäusern demolieren und Eric durch puren Zufall gar nicht bemerken.

Und natürlich wäre da auch noch der ein oder andere geplante Zwischenstopp. Ob nun ein  tête-à-tête mit seiner Kunstkuratorin, die vom Alter her auch Erics Mutter sein könnte, einem fragwürdigen Schäferstündchen mit seinem neuen Bodyguard und einer Elektroschockpistole oder die eiskalte Erschießung seines ersten Sicherheitsmannes aufgrund eines falschen Blickes - alles ist vorhanden in Don DeLillos Cosmopolis.

Des weiteren spekuliert Eric während seiner Fahrt durch Manhatten mit dem Yen, wobei er letzten Endes nicht nur seine eigenen Milliarden, sondern auch die Millionen seiner Frau verliert. Er hält in seiner Limousine Meetings mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ab und schreckt dabei auch nicht davor zurück, sich während eben dieser Meetings einmal ganz genau von seinem Arzt untersuchen zu lassen.

Da von vornherein feststeht, dass Eric Packer diesen Tag nicht überleben wird - schließlich ist die Geschichte außer aus seiner, auch noch aus Sicht seines Mörders (übrigens ein ehemaliger Angestellter Packers) verfasst -, macht das diese rasante, wie auch vollkommen skrupellose Geschichte nur umso reizvoller. Man verflucht Eric und lächelt doch, als er nur kurz vor seinem Tod beschließt, mit seiner Frau ganz von vorne anzufangen - ganz von vorne anzufangen, da er ja alles Geld verloren hat.

Da man Eric Packers Mörder eigentlich ganz gut verstehen kann, Eric selbst jedoch so außergewöhnlich wie kaltschnäuzig ist, fiebert man dem Ende des Buches mit ganz gemischten Gefühlen entgegen. Natürlich gönnt man Erics Mörder den Triumph, aber irgendwo ist da auch noch der Gedanke, an Erics Beschluss, sein Leben grundlegend zu ändern, der ihm irgendwie eine neue Chance einräumen will. Nun ja, wer weiß, ob er sie irgendwie doch bekommt...

Für mich, als absoluten Don DeLillo-Neuling war das eine Premiere der besonderen Art. Nicht nur, dass Eric Packer sich problemlos in die Liste der interessantesten Charaktere der Bücher, die ich bisher gelesen habe, einreihen kann. Nein, Cosmopolis ist überdies auch eine sarkastische Karikatur der Neuzeit, in der wir uns bisweilen sogar in einem Eric Packer wieder entdecken können. Daher schließe ich mit einem Zitat von eben genanntem und empfehle jedem, der Cosmopolis bisher noch nicht gelesen hat, es unbedingt zu lesen:
"Warum haben wir Flughafen? Warum heißen sie Flughafen?"


[SUB] Aufbau #1 2011

Samstag, 8. Januar 2011

Wie es sich gehört, präsentiere ich ab sofort alle Bücher, die ich gekauft habe - wobei ich ja so das Gefühl habe, dass das leider nicht allzu viele sein werden. Immerhin habe ich weder einen Goldesel, noch glaube ich daran, dass mich demnächst ein Geldsack, der vom Himmel fällt, K.O. schlagen wird. Buch Nummer 1 in diesem Jahr ist dann also Folgendes:

Titel: Cosmopolis 
Autor: Don DeLillo
Erscheinungsjahr: 2010
Verlag: Süddeutsche Zeitung
Preis: 8,90€
Seiten: 188

Warum habe ich dieses Buch gekauft? 
Weil ich gehört habe, dass Robert Pattinson in der Verfilmung des Buches die Hauptrolle spielen wird. Und ja, ich weiß, dass das ziemlich peinlich ist. ;)

Wo habe ich dieses Buch gekauft? 
Bei Thalia. Man hat ja nicht umsonst eine große Filiale in der eigenen Stadt, oder?

[Reingehört] Anonymus - Das (Hör)Buch ohne Namen

Freitag, 7. Januar 2011


Erscheinungsjahr: 2010
Originaltitel: The Book with no Name
Verlag: Lübbe Audio
Preis: 10,99€
CDs: 4
Sprecher/in: Stefan Kaminski
Das (Hör)Buch ohne Namen bei Amazon

Zwielichtige Gestalten beherrschen die Straßen von Santa Mondega - der vermutlich einzigen Stadt der Welt, in der man nicht rauchen darf, sondern muss. Eine Sonnenfinsternis wird dieses gottverlassene Fleckchen Erde bald in völlige Dunkelheit tauchen und dann wird Blut fließen. Mehr Blut als sich irgendjemand vorstellen kann. Denn ein Fremder ist in der Stadt: The Bourban Kid.

Ein Gemetzel in einem Kloster, ein mysteriöser Fremder, der bis auf den Barmann alle Anwesenden in einer Bar niedermetzelt, nachdem er ein Glas Bourban bestellt und ausgetrunken hat. Ein mysteriöser Stein mit Namen „Das Auge des Mondes“, Vampire, der König der Untoten und so ziemlich alles andere, was sich in der Horror-Welt so alles tummelt – das ist Santa Mondega, die finsterste Stadt der Welt, was Mord und Totschlag betrifft.

Wer glaubt, dass dieses Buch/Hörbuch nur wieder ein typischer Serienmörder-Abklatsch ist, der liegt falsch – so falsch wie man eben nur liegen kann. Denn wenn man so will, dann ist The Bourban Kid noch so ziemlich die normalste Gestalt, der man im Laufe dieser turbulenten und bisweilen recht blutigen Geschichte begegnet. Immerhin schießt der Gute nur höchst zielgenau um sich. Und das können so manche Albtraumgestalten nicht so ganz von sich behaupten.

Eine Achterbahnfahrt des Grauens, Mord und Totschlag, Verstümmelung und die Essenz aller Albträume schaffen ein Szenario, das einem bisweilen den Atem raubt, hin und wieder die Grenzen des Makabren und des Ekels spielerisch überspringt und doch eine Art Charme beibehält. Ein Buch/Hörbuch für Horror-, Fantasy- und Thriller-Fans, wie es wahrhaft im Buche steht. Im Buch ohne Namen, um genau zu sein – denn danach ist man hier fieberhaft auf der Suche. Knallig brutal und doch spannender als erlaubt sein sollte – mehr bleibt hier nicht zu sagen.

Kaufen? Unbedingt.
Leihen? Garantiert!


[Hörbuchregal] Aufbau/#1 Januar 2011

Dienstag, 4. Januar 2011

Ein neues Jahr, mein erster Blog und nun auch neue Hörbücher - immerhin hatten wir ja Weihnachten - inklusive reichlicher Geschenke aller Art -, nicht wahr? Und aus diesem Grund - also aus dem, dass es in meinem Regal zwei neue Hörbücher gibt, präsentiere ich nun meinen Vorsatz, es ab sofort immer mitzuteilen, wenn ich wieder etwas Neues ergattern konnte. 

Meine Errungenschaften kurz nach Weihnachten sind also folgende:
  1. Das (Hör)Buch ohne Namen von Anonymus - Eine verrückte Mischung aus Fantasy, Thriller, jeder Menge Blut, einem Massenmörder und so ziemlich allem anderen, was man niemals in einem einzigen Büch bzw. Hörbuch vermuten würde.
  2. Der Todeskünstler von Cody Mcfadyen - Teil 2 der Reihe um Smoky Barrett, Polizistin mit besonderen Eigenschaften und einer Vergangenheit, die es in sich hat.
Wie bereits erwähnt, ist dies sozusagen erst der Anfang einer - da bin ich sicher - ganzen Reihe von Aufstockungen meines Hörbuchregals in diesem Jahr. Die Reviews zu den vorgestellten Lesungen findet ihr dann hoffendlich in naher Zukunft hier im Blog. ;)
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