[Reingehört] Tess Gerritsen - Die Chirurgin

Sonntag, 3. Juli 2011

Erscheinungsjahr: 2006
Originaltitel: The Surgeon
Verlag: Random House Audio
Preis: nicht mehr lieferbar/Neuauflage: 9, 95 €, gelesen von Claudia Michelsen
CDs: 4
Sprecher/in: Michael Hansonis
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In Boston dringt ein Unbekannter nachts in die Wohnungen von alleinstehenden Frauen ein, unterzieht sie einem gynäkologischen Eingriff und tötet sie. Die einzige Spur führt Detective Thomas Moore und Inspector Jane Rizzoli zu der jungen Chirurgin Catherine Cordell, die drei Jahre zuvor nach ähnlichem Muster überfallen wurde, den Täter aber in Notwehr erschoss. Und bald wird klar, dass Catherine erneut zur Zielscheibe eines psychopathischen Mörders geworden ist …

Detective Thomas Moore, ein Mann, der den Tod seiner Frau noch immer nicht überwunden hat und Inspector Jane Rizzoli, die, angetrieben vom sehnlichen Wunsch, endlich auch als Frau bei der Polizei akzeptiert zu werden, lieber zuerst schießt und danach dann erst Fragen stellt – so sieht das Team aus, das den „Chirurgen“ schnappen soll. Während Moore eher auf Feingefühl und gründliche Ermittlungsarbeit setzt, gleichen Rizzolis Methoden bisweilen eher einem Elefanten im Porzellanladen.

Dass das zu Missverständnissen, mangelnder Kommunikation und sogar einem Todesopfer führt – höchstpersönlich erschossen von Rizzoli –, ist da nur vorprogrammiert. Die beiden sind sich einfach nicht so ganz grün, während der „Chirurg“ weiterhin Frauen bei lebendigem Leib aufschneidet, ehe er ihnen als Gnadenstoß die Kehle durchschneidet. Entsprechend lang dauert es daher auch, bis endlich klar wird, dass der „Chirurg“ der Überlebende eines einstigen Teams ist, das bereits vor Jahren ähnliche Verbrechen verübte.

Ich bleibe ja dabei: Tess Gerritsen kann ich mir jederzeit anhören, aber lesen könnte ich ihre Bücher nicht. Selbst in den Hörbüchern erscheinen mir die Protagonisten bisweilen einfach viel zu begriffsstutzig und zu sehr mit sich selbst und ihren eigenen – ironischerweise immer reichlich vorhandenen – Komplexen beschäftigt, als dass sie vor einem selbst auf die Lösung des Falles kommen.

Jane Rizzoli nervt bisweilen wirklich unheimlich, weil sie gar nicht sieht, dass Moore sie sehr wohl als Kollegin akzeptiert. Ihre ständigen Versuche, auf keinen Fall als Frau aus der Reihe zu tanzen, ihr ewiges Achten darauf, sich ja nicht zurecht zu machen, wird auf Dauer wirklich nur langweilig, nervig und wirkt noch dazu so übertrieben, dass man sie am liebsten zum Psychologen schicken will.

Dennoch ist die Geschichte ganz in Ordnung. Für meinen Geschmack wieder ein bisschen zu viel Leichenschändung, und selbst die Verweise zur Nekrophilie waren mir fast zu viel. Dennoch eine ganz nette Unterhaltung für zwischendurch, wenn man, wie ich, eine Schwäche für Krimis/Thriller hat.

Kaufen? Vielleicht.
Leihen? Ja.


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